Hellmann bringt deutsche WM-Bewerbung ins Spiel – und erntet Gegenwind

Kaum ist die WM 2026 in Nordamerika Geschichte, sorgt Verbandsvertreter Hellmann bereits für die nächste Debatte: Er plädiert für eine deutsche Bewerbung um eine künftige Weltmeisterschaft. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion um FIFA-Investorenpläne und den zunehmenden Gigantismus großer Turniere ohnehin auf dem Höhepunkt ist – entsprechend heikel ist das Timing.
Für eine deutsche Bewerbung spricht die Erfahrung mit Großveranstaltungen: Die Bundesrepublik hat mit der WM 2006 und zuletzt der EM im eigenen Land gezeigt, dass Infrastruktur, Stadien und Organisation auf höchstem Niveau vorhanden sind. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz für ein „Sommermärchen“-Comeback dürfte in Teilen der Bevölkerung groß sein, zumal die Anreise für Fans aus ganz Europa unkompliziert wäre.
Dagegen steht die aktuelle Kritik an der FIFA-Politik: Investorenmodelle und die Ausweitung von Turnieren auf immer mehr Teilnehmer stehen in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend in der Kritik. Eine deutsche Bewerbung in diesem Klima könnte als Legitimation eines Systems gelesen werden, das viele Beobachter derzeit hinterfragen. Hellmanns Vorstoß dürfte daher nicht nur sportpolitisch, sondern auch gesellschaftlich für Diskussionsstoff sorgen – die Debatte steht erst am Anfang.
Bild: KI-generiert
Aktualisiert am 30.07.2026